36. Clubvergleichsschau


1. Allgemeines
Am 17. und 18. Oktober 2009 fand die 36. Clubvergleichsschau der Roten und Weißen Neuseeländer statt. Nach 1983 und 1996 war der Neuseeländer-Club Berlin-Mark Brandenburg der Ausrichter dieser Vergleichsschau. Einen geeigneten Ausstellungsort fand man in der Mehrzweckhalle in Tremmen, einem Ortsteil der Stadt Ketzin im Landkreis Havelland. Diese gut belüftete und helle Halle bot den ausgestellten Tieren und den Preisrichtern bei der Bewertung optimale Verhältnisse.
Bereits über die Ostertage des Jahres 2009 traf man sich im Havelland zur traditionellen Ostertagung der Vereinigung der Clubs der Neuseeländer Züchter Deutschlands. Hier wurde nach einer Vorbereitungszeit von 10 Jahren die Arbeitsgemeinschaft der Neuseeländerclubs Deutschlands gegründet.

2. Ausstellungs- und Bewertungsstatistik
Insgesamt haben sich 101 Aussteller aus 17 von 19 Clubs im ZDRK mit 676 Tieren beteiligt, die Clubs Kurhessen und Westfalen fehlten.
Der gastgebende Club Berlin-Mark Brandenburg stellte insgesamt 123 Tiere aus, gefolgt von den Clubs Hannover mit 100 Tieren und Thüringen mit 84 Tieren.
Gemeldet wurden 468 Rote Neuseeländer in 116 Zuchtgruppen und 4 Einzeltiere sowie 208 Weiße Neuseeländer in 52 Zuchtgruppen.
Bei den Roten Neuseeländern wurde die ZG II 72 mal und die ZG III 44 mal(38 %) gemeldet. Dieses Meldeergebniss zeigt deutlich, dass sich seit Zulassung der ZG III diese in den zurückliegenden 3 Clubvergleichsschauen deutlich etabliert hat. 34 mal (7 % aller Tiere) wurde von den Preisrichtern die Note „vorzüglich“ vergeben (4 x 97,5 Pkte; 30 x 97,0 Pkte), leider auch 8 mal das Prädikat „nb“ und zweimal ob; 15 der gemeldeten Tiere fehlten. 50 ZG (43 %) erhielten eine Bewertung zwischen 384,0 und 387,5 Pkte. Weiter 47 ZG erzielten 380,0 bis 383,5 Pkte, nur 6 ZG lagen unter 380,0 Pkte.

Bei den Weißen Neuseeländern teilten sich die gemeldeten 52 ZG wie folgt auf: 1 x ZG I, 33 mal ZG II und 18 mal ZG III (35 %).
17 % der Tiere erhielten die Note „vorzüglich“. Unter den 36 v-Tieren wurden 11 mal 97,5 Pkte und 25 mal 97,0 Pkte vergeben.
Diese Zahlen zeigen deutlich den hohen Zuchtstand der Weißen Neuseeländer, die dem Betrachter Respekt vor der Zuchtleistung abverlangt.
4 Tiere mit dem Prädikat „nb“ schmälern den sehr guten Gesamteindruck nur unwesentlich. 31 ZG lagen bei der Bewertung zwischen 384,0 und 388,5 Pkte, das sind hervorragende 60 % aller ZG bei den WN. 13 ZG erhielten eine Bewertung zwischen 381,5 und 383,5 Pkte, lediglich 1 ZG schnitt mit 378,5 Pkte. ab.

3. Qualität der Tiere
In gewohnt routinierter Form gaben die Obleute Jürgen Castens, Cub Bremen und Uwe Paulenz, Club Berlin-Mark Brandenburg ihre Berichte ab.
Bei den Roten Neuseeländern lagen die Gewichte der Tiere zwischen 4,2 und 4,7 kg. Nur wenige Tiere waren an der Höchstgrenze von 5,0 kg. Auch wurden kaum Tiere ausgestellt, die knapp am Mindestgewicht von 4,0 kg lagen.
Bei der Körperform waren sehr gute Vertreter der Rasse vorhanden. Hier war erkennbar, dass die Züchter jetzt mehr auf den Stand achten als in den vergangenen Jahren. Auch die beiden Siegertiere überzeugten durch ihren Stand und den kräftigen Vorderläufen.
Die schmalen oder verjüngten Körperformen gehen zunehmend zurück. Eine teilweise Versteifung der Blume war eher der Einzelfall. 2 Tiere erhielten in der Position 2 die Note „nb“ auf Grund durchgetretener Vorderläufe bzw. Wammenansatz. 2 Ziere erhielten die Bewertung „ob“ auf Grund von Nasenausfluss und wurden in Quarantäne gesetzt.
Die Qualität der Felle war gut bis sehr gut. Sehr viele Tiere erhielten hier die 14,0, teilweise auch 14,5 Pkt. Die sehr langen Felle waren eher selten. Das gewünschte mittellange, dichte und nicht zu grob begrannte Fell wurde oft erfüllt. Leider gab es hier 3 Tiere mit Kahlstellen an den Hinterläufen. Bei der Bewertung der Tiere in der Position 4 fiel auf, dass die Tiere teilweise schon sehr ansprechende Köpfe hatten. Die Zeit, wo nur die Weißen Neuseeländer die starken Köpfe hatten, ist vorbei. Auch die Struktur der Ohren hat sich verbessert, selten war noch die breit getragene Ohrhaltung zu bemerken. Vereinzelt haben wir immer noch dünne und auch faltige Ohren gesehen. Es ist aber deutlich erkennbar, dass die Züchter hier gearbeitet haben. Bei der Deckfarbe waren sehr gute Vertreter der Rasse zu sehen. Leider mussten hier 2 Tiere mit „nb“ beurteilt werden, da diese Tiere weiße Haarbüschel in der Decke zeigten.
Die dunklen Typen und der damit verbundene Rußanflug in der Decke oder schwarze Ohrenränder fielen selten auf. Auffallend waren auch die sehr guten dunkelhornfarbigen Krallen bei vielen Tieren. Hier wurden die Preisrichter aufgefordert, dieses auch auf der Bewertungsurkunde zu vermerken. Die Unterfarbe der Tiere war gut bis sehr gut. Hier wurde in der Mehrzahl die 9,5 bis 10,0 vergeben. Da die dunkleren Typen kaum zu sehen waren, wurde der Farbkontrast zur Unterfarbe kaum festgestellt. Somit war eine gänzlich abweichende Unterfarbe bei keinem Tier zu sehen.
Bei der Position 7 gab es bis auf wenige, nicht geschnittene Krallen kaum Beanstandungen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die ausgestellten Tiere von guter bis sehr guter Qualität waren.
Die Mehrzahl der WN lag im unteren bzw. mittleren Gewichtslimit. 5 Tiere lagen unter dem Normalgewicht. Nur sehr wenige Tiere lagen gewichtsmäßig an der Obergrenze. Die Anzahl der Tiere mit einem guten Stand bzw. einer guten Bodenfreiheit, stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Die häufigsten Mängel in der Position 2, die mit Punktabzug bestraft wurden waren lose Brustfelle bei Häsinnen, wenig Stand, leicht überstehende Hüftbeinhöcker bzw. leicht eckige Hinterpartie und eine schmale Körperform im vorderen Bereich. 4 Tiere wurden mit „nb“ bewertet.
Das Urteil lautete immer Geschlechtsmissbildung. Da zur Zeit der Ausstellung die wenigsten Tiere durchgehaart waren, gab es auch selten Tiere zu sehen, die eine sehr gute Struktur aufweisen konnten. Die häufigsten Mängel in der Position 3 waren dichtes aber weiches Fell bzw. weiche Granne und etwas lange Granne. Selten wurde wenig Dichte bzw. Unterwollhaar geschrieben. Weiterhin war eine ungleichmäßige Haarlänge am Ohransatz (Ohrbüschel) selten zu beobachten. Die WN zeigten bei 1,0 und auch bei 0,1 meist hervorragende Köpfe, die mit 14,5 Pkt. bewertet wurden. Es gab auch mehrere Tiere die es auf glatte 15,0 Pkt. schafften. In der Position 4 gab es kein Anlass zur Kritik. Die ideale Ohrlänge von 10-11 cm wurde meistens erreicht. Anlass zu Kritik gaben schwache Ohrstruktur, schlecht getragene oder faltige Ohren. Da das Ohr zum Körper passen soll, wäre es sinnvoll, bei Tieren im oberen Gewichtsbereich auch ein Ohr größer als 11 cm nicht zu bestrafen.
Da viele Tiere in Haarung waren fehlte hier der Glanz auf der Decke und die Gleichmäßigkeit. Hierfür gab es Punktabzug. Bei solchen Tieren wirkte die Deckfarbe auch stumpf. Hinsichtlich des Pflegezustandes gab es keine Mängel.

4. Meister und Sieger
Den Wettbewerb für die 3 besten ZG eines Clubs von drei verschiedenen Züchtern hat der Club Thüringen sowohl bei RN (1161,0 Pkt) als auch bei den WN (1161,0 Pkt) für sich entschieden.
Dahinter platzierten sich bei RN der Club Hannover (1161,0 Pkt) und der Club Berlin- Mark Brandenburg (1159,0 Pkt).
Bei den WN errang der Club Saarland den 2. Platz (1159,5 Pkt) vor dem Club Bayern mit 1158,5 Pkt. Den Meistertitel bei der Einzelclubmeisterschaft errang bei den RN die ZGM Böhme/Meergarten (Club Thüringen) mit 387,5 Pkt. Dahinter folgten Roland Meiz (Club Thüringen) mit 387,0 Pkt. und Günter Hahn (Club Hannover) mit 387,0 Pkt.
Die Siegertiere bei den RN stellten die ZGM Böhme/Meergarten aus Thüringen (Bester 1,0 mit 97,5 Pkt.) sowie Roland Meiz, ebenfalls aus Thüringen (Beste 0,1 mit 97,5 Pkt.)
Den Dr. Kissner-Gedächtnispreis für die 7 besten Tiere eines Ausstellers gewann Günter Hahn aus Hannover mit 677,5 Pkt.
Die besten 2,1 stellten in diesem Jahr die ZGM Böhme/Meergarten mit 291,0 Pkt.
Die 10 besten Tiere eines Ausstellers zeigte die ZGM Böhme/Meergarten und konnte damit ein Preisgeld von € 50,- in Empfang nehmen.
Gruppensieger bei den RN stellten: ZGM Paulus, Günter Hahn, Siegfried Marks (alle Club Hannover), Roland Meiz, Rolf Messerschmidt (beide Club Thüringen), Uwe Paulenz (Club Berlin-Mark Brandenburg) und Erich Feigl (Club Bayern).
Den Meistertitel bei der Einzelclubmeisterschaft errang bei den WN Rainer Harter (Club Thüringen) mit phantastischen 388,5 Pkt.
Dahinter folgten Andre Fink (Club Saarland) mit 388,0 Pkt. und Ernst Baier (Club Sachsen-Anhalt) mit 388,0 Pkt.
Die Siegertiere bei den WN stellten Ernst Baier aus Sachsen-Anhalt (Bester 1,0 mit 97,5 Pkt.) sowie Rainer Harter aus Thüringen (Beste 0,1 mit 97,5 Pkt.)
Den Heinrich Hartjes-Gedächtnispreis für die 7 besten Tiere eines Ausstellers gewann Rainer Harter (Club Thüringen) mit 678,5 Pkt. Er stellte auch die besten 2,1 mit 292,0 Pkt.
Die 10 besten Tiere eines Ausstellers stellte Hartmut Peters (Club Hannover) und freute sich über ein Preisgeld von € 50,-.
Gruppensieger bei den WN stellten: Klaus Heimann (Club Hessen-Nassau), Andre Fink (Club Saarland), Hartmut Peters (Club Hannover) und Hermann Ortmann (Club Weser-Ems).

5. Ausblick
Die Ausrichtung einer Clubvergleichsschau ist für einen personell kleinen Club eine große Herausforderung. Dies gilt besonders im Einzugsbereich der Mitglieder des Neuseeländer Club Berlin-Mark Brandenburg mit dem Flächenland Brandenburg. Trotzdem haben sich die Mitglieder dieser Herausforderung gestellt. Viele Aussteller haben am Ende der Vergleichsschau ihre Zufriedenheit bekundet. Für kleine Mängel in der Organisation bittet der Neuseeländer-Club Berlin-Mark Brandenburg um Nachsicht und bedankt sich bei allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung der Clubvergleichsschau unterstützt haben.
Um den bundesweiten Charakter dieser Vergleichsschau zu verdeutlichen, hätte der veranstaltende Club gerne ein Grußwort des Abteilungsleiters der Clubs im ZDRK in seinen Ausstellungskatalog aufgenommen. Leider war ihm trotz mehrmaliger Bitte nicht möglich ein entsprechendes Grußwort zu senden.
Die „Familie“ der in Clubs organisierten Neuseeländer Züchter in Deutschland trifft sich wieder zu ihrer Ostertagung im April 2010 im Saarland.

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